„Schmerz an sich ist in Ordnung. Aber Schmerz plus Widerstand wird zu Leiden.“ (Peter Hoeg, Durch deine Augen. Hanser 2019)

 

Wenn ich vor den Fernsehnachrichten sitze, habe ich das Gefühl ich hätte einen Teil von mir an der Garderobe gelassen. Den gefütterten, den wärmenden.

 

Unsere Lebensaufgabe hat ihren Sinn darin, dass wir an ihr wachsen, uns an ihr abarbeiten. Die letzte, schwierigste Bewährung aber wäre, die Lebensaufgabe wörtlich zu nehmen: sie aufzugeben, von ihr zu lassen. Sie als Korsett zu begreifen, das uns einengt. Darin läge die wahre Unabhängigkeit, die letzte Freiheit. Was aber soll man danach tun? Fais ce que voudras. Was immer du dann tust – es ist kein Muss, keine Verpflichtung mehr, nur Freude, Erfüllung, Vergnügen. Du bist jetzt bereit, dich für andere einzusetzen, deine Fähigkeiten, dein Vermögen für Sinnvolles zur Verfügung zu stellen.

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