Monthly Archives: August 2016

Rings um mich wird gebaut, hinter mir knattert ein Pressluftbohrer, nebenan schreit die Holzfräse. Auch vor mir wird gebaut, Satz reiht sich an Satz ohne Lärm, ein Dach entsteht, unter dem Menschen wohnen und das vielleicht einmal eine Seele aufsuchen wird, die im Regen steht und eine Weile unterstehen will. Read more →

Spricht man mit Menschen von damals über die dunklen Zeiten, die sie erlebt haben, hellen sich diese Zeiten mehr und mehr auf. Gespräche als Aufheller der Vergangenheit – hier liegt auch der Grund zu all den Schützengraben- und Fronterlebnisgeschichten.   Sommerhimmel: Kondensstreifen und Schwalbenflug. Winterhimmel: Kondensstreifen unter sich. Read more →

„Ich möchte nicht ausführlich werden. Nie werde ich tausend Seiten schreiben, um etwas zu begründen. Über nichts möchte ich tausend Seiten schreiben. Schon achthundert oder fünfhundert Seiten können eine Vergewaltigung sein, eine grobe Einmischung in das Leben eines Lesers“ (Zsuzsanna Gahse, Jana, Janka, Sara und ich) Read more →

Auf dem Friedhof trat der Schnitter Tod als rotbackiger junger Mann auf mich zu. Er trug eine Motorschere in der Hand. „Es wird ein bisschen laut jetzt“, sagte er, zog an der Schnur und warf den Motor an, um rings auf den Gräbern den Buchs in die Form zu schneiden. Schnitter Tod, der in die Form schneidet, den überschüssigen Rest… Read more →

Einbruch. Kaltblütig.

Sie erzählt von einer Bekannten, die in einer Parterrewohnung wohnte und eines Nachts von einem Geräusch erwachte. Die Frau bemerkte, dass ein Einbrecher in ihre Einzimmerwohnung eingedrungen war. Was sollte sie tun? Sie war mit ihm im gleichen Raum. „Das Geld ist in der Tischschublade“, rief sie ihm vom Bett her zu. Der Dieb ging zum Tisch, öffnete die Schublade,… Read more →

Über zwei Dutzend Störche, die hoch über dem Ort kreisen, dicht beieinander, dunkel wimmelnde Striche wie ein Nest aus Himmelsameisen.   Was ist schlimmer, in einem grossen Wald verloren gehen oder in einem mittelgrossen Wald an eine Stelle kommen, an der man vor Stunden schon einmal vorbeigekommen ist? – In einem Wald egal welcher Ausdehnung nur Wege finden, die direkt… Read more →

Jener golden aufleuchtende Edelstein im Grün des Baumes, was kann das sein? Im Näherkommen siehst du, dass sich in der Wölbung eines Feigenblattes ein kleiner See aus Tau gebildet hat, der im Winkel, den die einfallenden Sonnenstrahlen mit deinem schauenden Auge bilden, eine stupende Leuchtkraft entfaltet, ähnlich wie in glücklichen Momenten die Gedanken mit ihrem Gegenstand in einem Wort oder… Read more →

Der Einleitende spricht ins Mikrophon, das keinen Ton von sich gibt, nimmt dieses schliesslich von den Lippen weg und spricht unverstärkt zum Publikum. Inzwischen muss jemand das Mikro eingeschaltet haben, denn die Papiere die er mit diesem zusammen in der rechten Hand hält, knistern bei jeder Bewegung. Schliesslich steigt die Technikerin zu ihm aufs Podium, nimmt seine Mikrophonhand und führt… Read more →

Genialer Verschreiber eines Freundes auf einer Postkarte: „lebenslächlich“.   Heute mit vielem zugange, ohne etwas zuwege zu bringen. Read more →