Monthly Archives: Mai 2019

Im Buchladen beim Durchblättern von Neuerscheinungen. Ich höre mir den Beginn einer Familiengeschichte an und klappe das Buch zu. Ich lausche in einen Dialog hinein, beobachte zwei bei einem Liebesakt, lege das Buch zurück. Ich fühle mich als Abwehrender, als Zögernder. Und möchte doch nichts lieber sein als einer, den ein Buch wie ein Höhlenbär in seine Höhle zieht und… Read more →

Es gibt Tage, die sich dagegen sträuben, dass ich in sie eintrete. Ich muss mich umständlich ausweisen, durch Geduld, Demut, Neugier. Ich kann den Tag auch erstürmen, indem ich ihn mit Taten und Terminen erobere. Das ist leicht zu arrangieren, doch ich riskiere dabei, dass die Verbindung reisst. Entweder die von mir zu ihm oder die von mir zu mir.… Read more →

Zu Beginn des Unterrichts, wenn die Studenten gespannt dasitzen, im Zimmer Ruhe eintritt und ich überlege, mit welchen Worte ich beginnen soll, ist alles herrlich offen. Wir könnten über Politik reden, über die Schwierigkeiten des Schreibens, ich könnte eine Seite aus dem neuen Roman von Julian Barnes vorlesen. Ich höre mich den ersten Satz zu den Studenten sprechen, und der… Read more →

Im Gerenne und Gedränge des Bahnhofs der wartenden Freunde ansichtig werden, so wie man auf einer Wiese nach langem Suchen ein vierblättriges Kleeblatt findet: das Versprechen nahen Glücks.   Eilen auf den Bus, als ob das Gelingen des Tages davon abhinge ihn noch rechtzeitig zu erwischen. Gefühl der Erleichterung, als er vor der Nase abfährt: Der Tag hat noch andere… Read more →