Monat: Juni 2025

Heftige Begegnung

Im vollbesetzten Tram, in das ich mit meinem Gepäck einsteige, hat es gerade noch einen Sitz frei, am Fenster neben einer jungen Frau. Ich bitte diese ans Fenster zu rutschen und mir ihren Sitz zu überlassen. Sie schüttelt den Kopf. Also bitte ich sie, mir Platz zu machen, damit ich auf den freien Sitz gelangen kann. Sie sagt laut und… Read more →

Sobald in ihrem Gespräch eine Pause eintritt, schaut der eine aufs Handy, der andere tut es ihm gleich. Sie bleiben stumm, bis sie unvermittelt aufschauen und sich weiter unterhalten. Sie nehmen Distanz, um neu anzusetzen. Die Elektronik ist ihnen nicht Unterbrechung des Gesprächs, sondern dient als dessen Motor. Ein Kunststück, das nur der Wind fertigbringt: die kleine Wolke so über… Read more →

Ein Koan: Erzähle mir, was den Wind im Innersten zusammenhält. Personen, die zwanghaft nicht lügen können. Die sich mit der Wahrheit in personalem Einklang befinden. Ich bin immer leicht beleidigt, wenn ein Vogel wegen mir in einen Warnruf, gar ein Gezeter ausbricht. Als ich gestern im kühlen Doubs schwamm, dachte ich daran, dass man laut Thales nicht zweimal in denselben… Read more →

Der erstmals seit langem offen blaue Himmel spannt sich mit grosser Geste über das Haus. Er bringt das Lebensgefühl von weit zurückliegenden Sommern und entfernten Weltgegenden zurück. Man geht unter ihm in verschiedenen Altern umher, lässt sich von totgeglaubten Gefühlen erwärmen, man glaubt, während die Vergangenheit  aufkocht, auf einmal wieder an die Zukunft.    Beim Laufen am Boden bewegt die Bachstelze… Read more →

Keine Sprache für etwas zu haben, ist schmerzhaft wie eine offene Wunde, aber immer noch besser als es mit raschen Erklärungen zuzupflastern. Bei aller Freiheit, es gibt kein Entkommen aus dem eigenen Hör- und Gesichtsfeld. In diesem Labyrinth bleiben wir lebenslang Gefangene und Gejagte, Minotaurus und Theseus zugleich. Wie ein besoffener Käfer taumelt der Mähroboter durch die Unebenheiten und Löcher… Read more →

Verloren irrte ich durch die Strassen einer fremden Stadt und benötigte längere Zeit, um dorthin zu gelangen, wo mein Körper mich dringend brauchte, nämlich im eigenen Bett, aus dem er aufstehen musste. So wie man sich in Gesellschaft einsam finden kann, finde ich mich oft in der Einsamkeit gesellig, spreche mit Dingen, Tieren, Abwesenden, Toten und muss nie befürchten, dass… Read more →