Monat: Juli 2025

Es ist auch bei offenem Fenster so still, als wäre man taub geworden, hätte die Stille nicht auf seiner Seite, sondern gegen sich. Ein Geräusch wie eine Schlange. Ein anderes wie eine Tulpe. Eins wie eine Feder. Ein Zoo aus Geräuschen. Zwei Milane ziehen denselben Kreis. Dann zwei dicht ineinandergreifende Kreise. Schliesslich getrennte, sich voneinander entfernende Kreise. Der Laut und… Read more →

Es gibt Buchseiten, über deren Zeilen ich hinrenne wie einer langen Strasse entlang, und andere, an deren Sätzen entlang ich bummle, bei jedem Wort kurz verweilend und es umklammernd. Es ist Sonntag, die Glocken der Kirche läuten zum Gottesdienst. Die Menschen, mit denen man die Woche hindurch normal verkehrt, ziehen in einem weit zurückliegenden Jahrhundert vor dem Haus vorbei. Ab… Read more →

Ein Verlag („dein Haymon-Team“) will mit seiner Leserschaft allen Ernstes den Tag der „Freund:innenschaft“ begehen. Er diskreditiert mit diesem sprachlichen Unsinn alle seine Autorinnen und Autoren. Und die Stadt Zürich macht noch immer Jagt auf Inschriften mit dem Wort „Mohr“, die sie übertünchen will. Das unterscheidet sie nicht mehr vom Ministerium für Schulwesen von Oklahoma, das „die gestohlene Wahl“ Trumps… Read more →

Sich nach bodenloser Müdigkeit durch narkotischen Schlaf wieder Boden anschlafen. Traumfetzen wie Spinnweben im Gesicht. Wo ist die Spinne? „da sie von einem Geist der Routine durchdrungen waren, der keine Befruchtung durch Erfahrung erhalten hatte“ (Proust, Sodom und Gomorra) Etwas trillert in den Ferne, ein Vogel oder ein Telefon. Read more →

Vergeblicher Versuch, den Pfeifenkopf, den ich gerade gereinigt habe, dem offenen Füllfederhalter aufzuschrauben. Am Boden rund um den Stamm des Apfelbaums herum die heruntergefallenen Äpfel, von der Morgensonne halbseitig beschienen wie kreisende Monde. Ein Spinnfaden als zitternder Sprung in der durchsichtigen Landschaft. Kann man irgendeinmal sein Glück aufgebraucht haben? Das Geräusch von Regen nachts vor dem Fenster: Die schlaflose Natur… Read more →

Das feine Schattengeflecht der Bäume am Boden und darin ein huschender Schatten wie ein durchflitzender Fisch. Mein grosses Tragbrett gehörte ursprünglich dem Vater eines Freundes, einem Bäcker, es war sein Brotbrett. Nach dessen Tod vor rund 70 Jahren kam es ausser Gebrauch. An den Ecken riecht es noch immer nach Mehl. Dasitzen und auf einen Einfall warten: Das Festhalten an… Read more →