Das unvermittelt mitten im Text auftauchende „Wir wollen jetzt ein bisschen schwätzen“ in Jurek Beckers Roman Jakob der Lügner wäre in einem Werk von heute kaum mehr denkbar. Hier muss die Handlung, animiert durch die Erzähltheorien der Literaturinstitute, zügig vorangehen, darf nicht verweilen, muss Fakten liefern. Wie charmant ein Satz wie derjenige Beckers dagegen ist, welche Wärme von ihm ausgeht, welche Ruhe, welche Bescheidenheit auch.

 

Danke fürs Zuhören. – Ich habe gar nicht zugehört. – Dann erst recht vielen Dank fürs genaue Hinhören. Ich habe gar nicht gesprochen.

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