Die Brille, nach der ich in allen Winkeln, Schubladen, Jacken und ja, auch auf der Nase suche, liegt dann auf dem Buch, das ich bereitgelegt habe, dort hingetan von routinierter, vor lauter Routine unaufmerksam gewordener Hand.

Gelegentlich holt mich Peter Handke, der sich in seinen Notizen durch Jahre und Jahre fortschreibt, bei meiner Lektüre ein wie gerade jetzt zu seiner und meiner Osterzeit. Er überholt mich, zieht Richtung Sommertage davon und wird sich mir vielleicht im Dezember von hinten, von Pfingsten her wieder nähern. Wir kreisen in unterschiedlichem Tempo wie zwei Planeten um ein Zentrum, das wir schreibend und lesend umrunden, in seinem Wesen aber nie ganz erfassen können. Würde uns dies gelingen, wir stürzten sogleich ab.

Im Gedränge auf Bahnhöfen und Veranstaltungen, in Stadtzentren und Sälen stets das instinktive Ausschauhalten nach einem schönen Gesicht. Was ist ein schönes Gesicht? Das lasse ich mir vom Moment jedes Mal neu sagen.