Sag mir, wenn ich selbstgerecht werde. Wenn die Meinungssklerose in mir zu wuchern beginnt.   Seine Erfahrungen kann man mit andren nicht teilen, sie nur teilhaben lassen, auf ihre Teilnahme hoffen.   Einen Tag lang das Lachen verbieten, sich freuen an den entspannten Gesichtern. Read more →

In der Morgendämmerung von Zimmer zu Zimmer gehen. Dich von jedem Lichteinfall auf andere Art bezaubern lassen. So den Tag beginnen. So den Traum verlängern.   Man hört ihrer lauten, resoluten Stimme an, dass sie gerne redet, aber ungern mit sich reden lässt. Read more →

Das Haus schräg gegenüber, das langsam verwittert und verfällt, führt täglich die Vergänglichkeit vor Augen ohne darüber ein Wort zu verlieren.   Ein schmaler Streifen Himmel zieht sich in der Nacht zwischen den hellen Wolken hin wie ein gewundener Fluss. Man kann hineinspringen und sich forttragen lassen, wohin einem niemand folgt, nicht einmal die eigenen Gedanken. Read more →

Der Dachdecker ist ein Beruf, in dem die früheren Zeiten weiterleben: Der ruhige Schwung, mit dem sich die Dachdecker die Ziegel zuwerfen, durch keine Technik kann er beschleunigt werden.   Ziegelroter Himmel am Abendhorizont, darüber tiefschwarz die Wolkendecke, gelb leuchtende Ränder. Der Maler in mir lacht; sein Bild ist gemalt, er kann es froh bewundern.   „Warnung!!! Alle Webmail Kontoinhaber… Read more →

Der Wind kennt forte, andante, allegro und diminuendo, er hat Töne, Geräusche, Melodien. Rhythmus aber hat er keinen. Du brauchst nicht auf seinen Takt zu horchen, brauchst keine Wiederholungen und Motive zu erkennen, kannst dich ihm unhinterfragend hingeben. Read more →

Eine unangenehme Erscheinung so lange betrachten, bis sie ihre Schönheit offenbart.   „immer häufiger die Idee, dass die Nachrichtenwelt (…) einem das Bewusstsein vom eigenen Leben nimmt“  (Handke, Das Gewicht der Welt)   Wechselndes Licht am Sturmhimmel, Unruhe in den Büschen, peitschender Regen. Das Erdreich lässt geschehen, nimmt auf, es atmet weich.   Read more →

Nein, Datteln hätten sie keine, sagt der junge Iraner mit den grossen Augen im Lebensmitteldiscount. Aber er könne mir iranische Datteln besorgen, bio, sagt er, über das Netzwerk seiner Freunde. Ich gebe ihm meine Adresse, er will die Datteln organisieren und mir schreiben, wo ich sie abholen könne. Nach diesem halblaut geführten Kleinhandelsgespräch, das mit einem Handschlag abgeschlossen wird, gehe… Read more →

Sie hat sich ins Feuer geredet. Wie die Verwandtschaft ihres Mannes ihr übel mitspiele. Wie man ihr die Pflege der Schwiegermutter aufgebürdet habe, ohne sie zu fragen. Wie sie nun die Verantwortung für eine Frau trage, die jederzeit fallen könne. Wie die Verwandtschaft fremdenfeindlich sei. Wie sie ihr Anweisungen gebe, aber nie erscheine, um die alte Frau zu besuchen. Ein… Read more →

Wie oft bist du schon in ein Café gegangen, allein, ohne auf den Zug oder einen Freund zu warten, ohne durchgefroren, durstig oder ermattet zu sein, ohne die Zeitung lesen zu wollen, rein als Selbstzweck, so wie man spazieren geht?   In der Figur aus dem Roman, dem Film aus der Soap sein eigentliches Leben leben, für das man vorgesehen… Read more →

Es gibt zwei Arten Nabelschau: mit den Augen der Welt auf seinen Nabel schauen (im Blick sind Ehrgeiz, Karriere, Wohlverhalten, Position, Rolle). Oder mit dem Insiderwissen über sich selbst auf die Welt schauen, um sie zu verstehen. Seltsamerweise meinen jene, die abschätzig von „Nabelschau“ reden, stets diese zweite Art, während sie die erste ausführlich leben.   Das plötzliche Absacken der… Read more →