Wenn du etwas wirklich Grosses tun willst, mache es im Kleinen, als eine Art Maquette, sodass du es jederzeit zertreten und wegwerfen kannst. In jemandes Achselhöhle kuscheln, die Wärme spüren, die Welt vergessen und ungeboren sein.   Vier Jahre Trump: der landes- und weltweite Dominoeffekt des Verfalls. Es wird Jahre dauern, bis die Steine wieder aufrecht stehen.   Drüben im… Read more →

Die Haare auf meinem Kopf fallen im Traum alle miteinander aus, bis auf einen kleinen Streifen an der Seite. Sie fallen wie ein Kranz nieder und legen sich um die Schultern, so dass ich dastehe wie der Sieger eines verlorenen Kampfes.   Leute, die sich selber beim Reden fasziniert zuhören, und ihren Gesprächspartner im Regen ihrer Ergüsse selbstvergessen stehen lassen.… Read more →

Heute ein Tag, wo die Elstern ganz schwarz sind. Ihre weissen Stellen zeigen nur an, wie schwarz sie im Grund sind; sie bilden den Rahmen zum Eigentlichen, dem SchwarzSchwarzSchwarz.   Adjektive nur zögerlich einsetzen. Zögerlich warum? Weil sie nicht zum Beschriebenen gehören, ihm nur vom Schreibprozess angetan werden.   Verschreiber statt „Schreibprozess“: „Schreiprozess“. Auch zutreffend.   Zum Teufel mit den… Read more →

Sie singe, sagt sie, jeden Morgen auf WhatsApp dem todkranken Freund in Afrika Lieder vor, weil er nach ihrer Stimme verlange und aus dem Bett ihren Namen rufe. Sie ist die einzige, die versteht, dass er sterben möchte. Er lauscht durch das Telefon ihrer Stimme, der Stimme des ersehnten Todes.   Der Sonnenstrahl, der die gelb gewordenen Basilikumblätter in Gold… Read more →

Die Schnittbahn des Roboters im Gras führt zum ersten Hindernis, von da zum Rasenrand, von da zu einem Baum – ein verlangsamtes Billardspiel, bei dem die Gesetze von actio und reactio ausser Kraft gesetzt und durch jene der programmierten Willkür ersetzt sind. Unmöglich, mit dieser Maschine ein Ziel anzupeilen. Ihr Sinn ist der Weg, das Unterwegssein. Read more →

Im Augenblick der Liebe, wenn die Kontinuität einen Sprung bekommt und sich einkrümmt, geht die Zeit ihrer Wege. Unbeirrt schreitet sie voran. Erst lange nach dem Akt erinnert man sich ihrer und versucht, sie wieder einzuholen. Oder man lässt sich von ihr einholen? Abholen? Man lebt jedenfalls wieder zusammen. Zeitensprünge machen ihr nichts aus, sie bleibt zuverlässig die stärkere.  … Read more →

Mein Vorstellungsvermögen bringt es nicht fertig, am Morgen im Bett zu imaginieren, dass ich fünf Minuten später unter der Dusche stehe. Und unter der Dusche, wie ich anschliessend nach draussen gehe. Und draussen, wie ich im Zimmer am Schreibtisch sitze. Der Körper dagegen als Sitz dessen, was Sache ist, macht aus der Potentialität ganz selbstverständlich fortlaufende Realität.   Ein Grünspecht… Read more →

Das Gedicht, das ich gestern schrieb: sowas von schlecht! Die reine Depression. Ich werde es beiseitelegen und in einigen Monaten wieder hervorziehen. Dann ist es noch immer sowas von schlecht!, doch hat es seine Depression vielleicht überwunden, und man kann mit ihm reden.   Mein Leben ist und war nichts als ein grosser Irrtum. Ein Irrtum wessen? In welcher Beziehung?… Read more →

Die Katze geht über die Strasse, legt sich in der Mitte auf den Boden, dreht sich auf die Seite, dreht sich auf den Rücken, dreht sich zurück, alle Viere in die Luft gestreckt, setzt sich auf, leckt sich den Bauch, kratzt sich am Ohr, steht auf und geht weiter auf ihrem Weg über die Strasse. So mögen wir sie am… Read more →

Georges Perros vergleicht das Kunstwerk mit einem Mordprozess, in dem die Mörderin schweigt. Diese weiss die Wahrheit, die andere zu eruieren suchen. „Jedes Kunstwerk ist derart um ein Schweigen herum geschaffen, um ein wissendes Schweigen, das aber sein Geheimnis bewahrt.“   Der Basilikum vor dem Fenster ist auf dem Weg vom Grün des Sommers zum Gelb des Welkens etwa in… Read more →