Erholsam, in einem wunderbaren Buch ab und zu eine Stelle zu lesen, die einem so gar nicht zusagt.   In der Sommerhitze wächst die Sehnsucht nach Wolken. In langer Stille wächst das Bedürfnis nach Lärm. Im anhaltenden Gebet wächst die Lust auf Sünde. Read more →

Eines der Geheimnisse des Apfelbaums vor mir, dessen Funktionsweise bis in die Kapillaren und die Moleküle hinein gut erforscht ist, besteht darin, dass er mir Freude macht und ich ihn umarmen möchte wie einen Bruder. Er hat noch andere Geheimnisse, die nie gelüftet werden, weil niemand auf die Idee käme, sie wissenschaftlich zu erfassen.   Er hat alle seine Launen… Read more →

Ein Morgen, der mich aus Geräuschen erschafft. Aus dem Knacken des Bodens. Dem Geräusch der sich öffnenden Tür. Dem Knarren der Schwelle. Dem Tappen über Fliesen. Dem Rauschen von Wasser in eine Pfanne. Ich bin das Blättern eines Buches, das Klicken der Tasten, das Aufschlagen der Tasse auf dem Unterteller. Geräusche als Lebensbestätigung. Leben als Geräusch – wie andere als… Read more →

Im Auto, das mir entgegenkam, sassen ein Mann und eine Frau, die Augen vor der tiefstehenden Sonne zugekniffen, die Zähne entblösst. Ihr Gebiss leuchtete im Abendlicht wie aus Totenschädeln.   Die ganze Eleganz ihrer Erscheinung wird durch ihr Schlurfen verworfen.   Beethoven soll gesagt haben, beim Zuhören könne man nicht mehr als fünf Takte als Melodie zu einem Ganzen verbinden.… Read more →

Auf Elsternflughöhe, etwas unterhalb der Baumwipfelgrenze.   Die Rufe der Elstern wie eine kurz ein- und ausgeschaltete elektrische Heckenschere.   Das nuschelnde, nervöse Geräusch des Spechts, wenn er nicht klopft, sondern an einem Ast herumnestelt, schabt und kaum hörbar pocht. Read more →

Schild in einem Laden in der halb leerstehenden Mall am Stadtrand, die seit langem an Auszehrung und mangelnder Kundschaft leidet: We love sale! Read more →

In einer Zeit, wo alles zur Story wird, wo Journalisten, Historiker, Werber, Politiker stets nach dem Narrativ suchen, wo das Web von Geschichten überquillt: Nichts erzählen wollen! Sich dem Unerzählbaren widmen. Gedanken, Szenen, Beobachtungen für sich stehen lassen. Sie in keinen wie auch immer gearteten übergeordneten Verlauf einpassen wollen.   Harfenähnliches Sirren des Taubenflugs. Eindruck, der Ton sei es, der… Read more →

Heute fällt mir auf, dass ich über eine Woche keine Zeitung gelesen habe. Ich habe nicht den Eindruck, dass weniger Welt zu mir gekommen wäre.   „Innehalten“ – ein Vorgang, ein Gedanke, ein Zustand, der den Kapitalismus aus den Angeln hebt. Der dessen sicheren Tod bedeutet, mit allem, was dran hängt. Read more →

Der Ausspruch des Archimedes „Störe meine Kreise nicht!“ übersetzt ins Netzdeutsch: „Schau meine Kreise! SCHAU MEINE KREISE!“ – „Gefällt mir.“   Zeitungsmigräne. Facebookinfarkt. Read more →