Die Nachbarn unter mir wecken mich am Morgen mit ihren Gesprächen. Das Privileg, von menschlichen Stimmen in den Tag begleitet zu werden, die nichts von mir wollen.

 

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich je umarmt haben. Sie berühren sich einzig mit Worten, und desto heftiger, je wütender sie sind.

 

Sobald ich zu denken beginne, verziehen sich meine Gesichtsmuskeln, und wenn ich mich darauf konzentriere, diese entspannt zu halten, verliere ich den Faden des Gedankens. Das Gesicht als Denkhilfe.

 

Eines Tages werde ich es schaffen, mich im Zug nicht mehr über die Zeitung oder E-Mails zu beugen, sondern den Kopf zu heben und die Geschichten der Mitreisenden, das Gedicht der Landschaft, die Dramolette der Bahnhöfe zu lesen.

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