Der Feueranzünder

Zum Beispiel den Feueranzünder bemerken, der daliegt, als möchte er aufstehen und mit einer Flamme auf dem Kopf über sich hinaus wachsen. Der in die Hand genommen und hingestellt werden kann. Der jetzt dasteht wie eine Statuette aus altägyptischer Zeit. Der zuschaut, wie der Funke springt, das Papier Feuer fängt, wie der Raum in Brand gerät, Licht in die Dinge… Read more →

In die Mittagsstille hinein rufen die Sperlinge? Mit ihren Rufen schaffen sie die Stille erst . Dank ihrem Getschilpe wird diese manifest. Sie schaffen, befeuern und erhalten die Stille. Die Küchenschürze ablegen und vom Koch zum Gast werden. Read more →

Einer verirrten Hummel das Fenster geöffnet und sie mit einem Bückling in die Freiheit entlassen.   Als ich den verspäteten Zug endlich nahen hörte und den Kopf nach ihm wenden wollte, flog ein Zitronenfalter übers Geleise, der meine Aufmerksamkeit auf sich zog, und jetzt verwünschte ich den einfahrenden Zug, der meine Sicht auf das muntere gelbe Flugspiel nahm.   Im… Read more →

Lebensalter: der Eltern überdrüssig – der Politik überdrüssig – sich selber überdrüssig.   Der Storch, ruhig dahinziehend im Wind, segnet mit ausgebreiteten Flügeln das Land.   Vom Aussterben bedrohte Art: der Feldweg     Read more →

Sie erwacht um 18 Uhr auf dem Sofa aus so tiefem Schlummer, dass sie glaubt, es sein morgens früh um sechs Uhr. Sie macht sich einen Kaffee, stellt den Kehrichtsack vor die Haustür, nickt dem Frisör zu, der so früh schon eine Kundin bedient, und erst als sie das Schlafzimmer lüften will, fällt ihr auf, dass ihr Bett unbenutzt geblieben,… Read more →

Ich schlage Prousts Suche nach der verlorenen Zeit auf, dort, wo ich die Szene vor einem halben Jahr verlassen habe, und finde mich augenblicklich in einem Gespräch wieder, das seitdem stillgestanden ist. Nein, das weiterging und sich sechs Monate später im Salon der Madame Verdurin noch immer um sich selber dreht.   Manchmal empfinde ich es als unverdientes Geschenk, wie… Read more →

Ich würde mich gerne vom März verabschieden, nachrufen einige Worte in seine graukühlen Tage, doch hat er nur noch Augen für den April, wirft weisse Girlanden über die Zweige, steckt ihm Reihen farbiger  Tulpen. Soll er sehen, wo er bleibt, wenn wir den bockigen April bei den Hörnern packen und mit ihm die langen Sonnenuntergänge entlang reiten.   Read more →

Nicht sehr tief im Körper, nämlich im Zwerchfell, sitzt der Schluckauf, sozusagen in Fühl- und Fassdistanz. Ich habe diese Nacht alles versucht ihn loszuwerden, mich zusammengelegt, gedreht, gestreckt, die Art des Atmens gewechselt, mich schlafend gestellt, die Hände auf verschiedene Körperteile gelegt, er liesst sich nicht im geringsten von seiner Fünfsekundenkadenz abbringen. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als ihn… Read more →

Erella Dunayewsky, eine israelische Aktivistin, fragte einen palästinensischen Jungen, der von israelischen Siedlern geschlagen und inhaftiert worden war, warum er nicht von Hass getrieben und von Rachegedanken  zerrissen sei. Er sagte: „Vergiss die Rache. Wir wollen einfach unsere Herden weiden lassen und unsere Familien ernähren.“ (Ha-aretz)   „Wenn sie anfangen, uns als dieses, als jenes anzusehen, fangen sie an, uns… Read more →