Einen Gedanken niederschreiben, um einem anderen Platz zu machen.   Solange ich beim Einsteigen junger Maghrebiner in die S-Bahn die Jacke enger um mich ziehe und mich verstohlen meines Gepäcks versichere, brauche ich über Vorurteile keine Abhandlungen zu schreiben. Read more →

Die Wipfel der Büsche im Sturm zur Erde gebeugt wie zum Gebet. Sie gehorchen einer Macht, die sich nicht vor ihnen erhebt, sondern sie von hinten stösst und niederdrückt. Prüfe auch du, ob deine Verehrung für irgendetwas nicht vielleicht einer Autorität gilt, die sich dir hinterrücks aufgedrängt hat.   Das Sturmzwischenhoch – Windstille, Sonne auf den Feldern, ein Stück blauer… Read more →

Die drei Dimensionen errichten die Häuser, die Blocks, die Städte, Hütten und Fabrikanlagen. Die vierte Dimension – die Zeit – baut sie geduldig wieder zurück.   Wenn schon zu spät an einen Anlass kommen, dann richtig: so, dass du vom Erlebnis des Wegs und seinen Schönheiten nicht abgelenkt wirst. Sicher, etwas wird leiden an diesem Abend – der Moment des… Read more →

Schneeflocken fein, tanzend, schwebend, tausendfach bewegt wie ein Mückenschwarm im Sommer, als es noch Mückenschwärme gab.   Den Unfrieden, der dich immer wieder von dir entzweit, gib ihn nicht auf! Read more →

Ein Fremder liegt morgens in meinem Bett und die Aufgabe wird sein, zu diesem Fremden „ich“ zu sagen, seinen Leib bis zu den Fingerspitzen auszufüllen mit Ich-Essenz, auf die er nicht im Geringsten Lust hat.   Jede Tür hält die Einladung bereit einzutreten und hemmt dich durch ihre schiere Präsenz gleichzeitig daran, es zu tun. Du respektierst die Weigerung der… Read more →

Den Jahreswechsel begingen (befuhren) wir im Zug, in einem leeren Wagen. Vor dem Fenster stiegen links und rechts die Raketen hoch und wir wiegten uns in der Vorstellung, sie würden nur gerade für uns gezündet. So wie die meisten von uns die Welt durchfahren: als sei alles nur für sie da – ohne die nächtliche Einsicht, dies sei nichts als… Read more →

Hier stand vor drei Tagen noch ein Haus, mit anderen Häusern in der Reihe. Jetzt, wo es fehlt, kann ich mich, wie ich mich auch bemühe, nicht mehr an die Höhe der Fassade erinnern, an keine Farbe, kein Fenster, keine Tür. Der Bagger hat das Haus in mir drin für immer niedergerissen.   Die Ansagerin über ein Jazz-Musikstück: „Es ist… Read more →

Es ist die individuelle Beschränktheit, welche die Menschen, so verschieden macht. Jeder ein Held seiner Defekte.   Der Wind weht die leeren Nester von den Bäumen. Es gibt kein Zurück, Vogel, nur den Neuanfang.   Die Nachdenklichkeit auf der Liste der gefährdeten Arten. Read more →

Die Bäuche der im Wind vorüberfliegenden Drosseln leuchten in der Morgensonne wie vorbeischiessende Projektile.   Sturm. Ein junger Baum hebt die Äste und ergibt sich.   Die Erinnerung drängt das Vergessen weg, setzt sich an seine Stelle und beginnt ihre Lügen zu erzählen.   Read more →

Die Dämmertage, in denen die Herbstblätter und die Eiskristalle an den Zweigen heller leuchten als der verhangene Himmel; wo alles Irdische rebelliert gegen die Lichtlosigkeit. Read more →