Weder Regen noch Nebel draussen, weder Tropfen noch Nieseln, vielmehr ein unbestimmtes Fieserln, das weder richtig fällt noch in der Luft hängen bleibt. Das Wetter hat sich in einer Sprachlücke eingenistet, die von den Wörtern nicht erreicht werden kann.   Der Rücken schmerzt auf der Höhe der Hüfte. An so zentraler Stelle beeinträchtigt zu sein, lähmt den ganzen Organismus. Aber… Read more →

Wie tue ich etwas, wenn ich es nicht gedankenlos tun will? Gedankenvoll? Gerade nicht, will ich doch möglichst an nichts anderes denken. Vielleicht konzentriert. Präsent. Bewusst. Ganz bei der Sache. Fokussiert. Also im besten Sinn gedankenlos.   Tage zum Vergessen. Wochen zum Darüber-Schweigen. Monate zum Wegwerfen. Wer begnadigt dieses Jahr?   Die Lorbeer- und die Thujahecke wachsen dort, wo sie… Read more →

Die Dämmerung verlängert sich in einen Gewittermorgen, und als es Tag wird, ist es auch schon Abend.   Unter tropfenden Bäumen im Herbstwald vor einer Handvoll Pilze zu stehen, ist ein Moment voll ruhiger Magie, eine Bündelung von Verlangen und Zufall, von Respektlosigkeit und Ehrfurcht. Pilze suchen hat etwas Traumhaftes, wobei die Rückstände des Traums nicht im Kopf, sondern im… Read more →

Aus einem weissen, unförmigen Dreieck, das wie eine Boie auf dem Wasser treibt, erhebt sich ein Hals und ein Kopf, das Dreieck schwankt und fächert sich auf zur Pracht eines Schwans.   „Wie dahin gelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es wie gereiht aussieht und doch als ein Ganzes leuchtet?“ (Handke, Die Geschichte des Bleistifts) Read more →

Solange ich den Schmerz spüre, ist er nicht chronisch. Solange er mich stört, arbeite ich mit ihm.   Das Sorgendreieck auf der Stirn glätten, die Augen milde werden lassen, den Kiefer entspannen, erst dann zu denken beginnen.     Read more →

Ich suchte mich an den Traum von letzter Nacht zu erinnern, in dem zwei Esel vorkamen. Da fiel mir ein, dass die Esel in einem Roman vorgekommen waren, den ich gerade lese, und ich versuchte mich an die Handlung des Buches zu erinnern. Da kam mir in den Sinn, dass ich die Esel leibhaftig auf einer Weide gesehen und mich… Read more →

„Zu Sowjetzeiten war der reichste Bürger sechsmal so reich wie der ärmste; im Jahr 2000 war dieses Verhältnis auf 250’000 angestiegen.“ Ibrahim Warde in einem Artikel über russische Oligarchen im „Le Monde diplomatique“ (übersetzt in der WoZ vom 8.9.2022). Und weiter: „Die Betrügereien, mittels derer die Reichtümer des Lands geplündert wurden, nannte man „Reformen“. Das Mafiasystem wurde als „Markt“ bezeichnet,… Read more →

Vorhin ein heftiger Donner, der lange blieb, nur langsam leiser wurde, nicht aufhören wollte, auf einmal an Kraft wieder zunahm, bevor er verstummte. Als habe er einmal rund um die Welt gedonnert, bevor er erschöpft an seinem Geburtsort niedergesunken sei.   Ein Vers stört mich nicht beim Zubereiten von Speisen, belebt mich vielmehr. Der Gedanke ans Kochen beim Schreiben dagegen… Read more →

Ein Minenergietag. Die Leistung beschränkt auf Aufnahme und Ausscheiden. Das Zimmer zu durchqueren ist schon eine kleine Wanderung. Read more →

Auch unter den Vögeln gibt es Bauern und Jäger. Die einen sitzen hinter Sämereien, die andern schnappen, hacken, greifen nach beweglicher Beute.   Im Dunkel einer schlaflosen Nacht Seelenwanderungspläne ausbreiten.   Read more →