Sie dankte nicht mir für meine Hilfe, sondern in meiner Anwesenheit dem Grossen Gott, der mich zu helfen geschickt habe, und ich hatte dabei das Gefühl nicht nur Dank zu erhalten, sondern auch einen Eintrag im Buch des Allmächtigen.   Die Heimat wechselt. Jetzt gerade sind es die Schwalben, die sie mit sich nehmen in den Süden und dort hüten… Read more →

Tantrische Bewegungen in den Herbstwindbäumen: rhythmisch ohne erkennbaren Rhythmus, zentriert ohne eigentliches Zentrum, jeder Ast, Zweig, jedes Blatt für sich in einem geheimen Zusammenspiel, chaotisch in grosser Harmonie.   Das im Fenster gerahmte Bild, gleich welcher Art es ist, ob Landschaft oder Mauerecke, Marktplatz oder Hinterhof, hat stets den Charakter eines Gemäldes, und jeder Wohnungsmieter ist zugleich Besitzer einer kleinen… Read more →

Die 27. Zivilkammer des Landgerichts Berlin hat folgende Injurien, die auf dem Internet gegen Renate Künast vorgebracht wurden, als nicht strafrechtlich relevant befunden: Stück Scheisse, Geisteskranke, Dreckschwein, Knatter sie doch mal einer so richtig durch, bis sie wieder normal wird, Drecks Fotze. Die zwei Richterinnen und der Richter befanden, dies sei eine sehr weit überzogene Kritik, aber erlaubt sei sie… Read more →

Dass es Herbst geworden ist, merkt man auch daran, dass die Fliegen schwerer geworden sind, sie wirken wie angefeuchtet, ihr Surren ist tiefer, als ob sie in einen anderen Gang geschaltet hätten.   Vom Wind bewegte Spinnfäden, auf denen Lichtblitze hin und her eilen wie verschlüsselte Botschaften.   Allmählich werden draussen die Deckfarben dünner und die Linien treten hervor. Durch… Read more →

Dämmerung. Eine Amsel fliegt in die Baumkrone und Sekunden später schnurrt dahinter eine Fledermaus hervor, als hätte der Vogel unter dem Blätterdach sein Tageskostüm abgelegt und fliege nackt in die Nacht hinaus.   Mit der Sonne lärmend aus dem Haus gegangen. Mit der Venus auf Zehenspitzen zurückgekehrt. Read more →

Zeitlosigkeit – die Dauer, in der du Mensch bist ohne Zeitgenosse sein zu müssen.   Die Angst des perfekt gepflegten Rasens vor dem ersten Unkraut. Die Panik des gut gefüllten Portefeuilles vor dem Verlust des ersten Geldscheins. Der Horror des Autokraten vor einer Gegenstimme.   Nichts Innigeres als ein Mensch, der für sich singt. Ohne Zuhörer, ohne weitere Absicht, als… Read more →

Walsers Passagier

Er sitzt in meiner Nähe, in einer Distanz, in der ich ihn rieche, er ist nicht einer, der sich oft wäscht. Sein Blick ist glasig, er geht durch alles hindurch und bleibt nirgendwo haften. Mit seinem Schnurrbart und seinem farblosen Nichts an Haaren auf dem Kopf könnte er eine Figur von Robert Walser sein. In einer Mischung aus Scheu und… Read more →

Ungehaltenheit gegenüber dem Computer, wenn er für mich denken will. Wenn er beispielsweise eine Mail „an mich“ öffnet. Wer ist „ich“? Meint er sich selber? Oder wenn er als Datum „heute“ angibt. Wann ist „heute? Oder wenn er Worte korrigiert, die er nicht kennt. Er verhält sich wie ein unerzogenes Kind, das man ununterbrochen zurechtweisen muss. Read more →

Die Störche, eine Gruppe von zwei Dutzend Vögeln, kreisen immerzu im Gleitflug und verlagern ihren Schwarm unmerklich von einem Ende des Dorfs zum andern wie eine Herde, die langsam den Himmel abgrast. Sie rupfen blaues Gras, suchen nach blauen Fröschen.   Die runden Früchte auf dem grünen Tuch des Rasens: Apfelbaumbillard, Rot gegen Grün. Die ausgestreckten Arme der Kinder als… Read more →

In den Zeiten des Bienensterbens und der Varroamilbe begrüssen die Augen im Garten jede einzelne Biene mit ausgewählter Zuvorkommenheit wie Prousts Madame de Villeparisis in ihrem Salon diese Herzogin und jene Durchlaucht.   Gegen die Schäfchenwolken vor dem tiefblauen Himmel, gegen diese Kinderbuchverlorenheit den gelben Kran zu Hilfe holen, der in die Idylle hinein seinen Warnfinger streckt.   „Regen macht… Read more →