Der Jüngste Tag: Die Christusse auf dem ganzen Erdkreis steigen von ihren Kreuzen und beginnen sich um die Bedürftigen zu kümmern. Read more →

Der Duft der im Backofen trocknenden Pilze füllt die Wohnung, ein Duft aus tiefster Jugend – aber in meiner Jugend gab es nie Pilze und niemanden, der Pilze sammelte. Etwas in mir hat den Vorgang, der so schön geborgen stimmt, nostalgisch verklärt und flugs in meine Biografie implantiert.   Die herabgefallenen Blätter stecken dunkel im Gras, schräg in Windrichtung, wie… Read more →

Der Himmel wechselt schon zum zweien Mal heute Morgen – bedeckt, sonnig, dunkel verhangen – und ich weiss noch immer nicht, welches meine Stimmung ist.   Stimmungslos, stimmlos.   „Liebe machen“, ein unpassender Ausdruck. Er steht in einer Reihe mit Platz machen, Nudeln machen, Frieden machen. Gemeint ist „Sex haben“, aber auch dieses Wort ist in seiner Logik unstimmig. Jemand… Read more →

Jonas im Bauch des Wals zückte das Mobile und gab laufend seine Position durch. Als er aus dem Tier stieg, fiel er auf die Knie und dankte der Technik. Gott, der ihn hatte prüfen wollen, sah wohl, dass er die Prüfung bestanden hatte, aber bei einem anderen Professor der Fakultät.   Das schwarzweisse Flatterdreieck sich in der Luft streitender Elstern.… Read more →

Zur Freigebigkeit gehört auch die Überwindung der Angst, das Geschenkte könnte in falsche Hände geraten. Auch in deinen Händen war es nicht am rechten Ort.   Die Dachdecker über mir hämmern auf allen Seiten gleichzeitig, als nagelten sie den Himmel an die Erde fest.   Verfluche keinen, mit dem du noch sprechen kannst. Read more →

Sie dankte nicht mir für meine Hilfe, sondern in meiner Anwesenheit dem Grossen Gott, der mich zu helfen geschickt habe, und ich hatte dabei das Gefühl nicht nur Dank zu erhalten, sondern auch einen Eintrag im Buch des Allmächtigen.   Die Heimat wechselt. Jetzt gerade sind es die Schwalben, die sie mit sich nehmen in den Süden und dort hüten… Read more →

Tantrische Bewegungen in den Herbstwindbäumen: rhythmisch ohne erkennbaren Rhythmus, zentriert ohne eigentliches Zentrum, jeder Ast, Zweig, jedes Blatt für sich in einem geheimen Zusammenspiel, chaotisch in grosser Harmonie.   Das im Fenster gerahmte Bild, gleich welcher Art es ist, ob Landschaft oder Mauerecke, Marktplatz oder Hinterhof, hat stets den Charakter eines Gemäldes, und jeder Wohnungsmieter ist zugleich Besitzer einer kleinen… Read more →

Die 27. Zivilkammer des Landgerichts Berlin hat folgende Injurien, die auf dem Internet gegen Renate Künast vorgebracht wurden, als nicht strafrechtlich relevant befunden: Stück Scheisse, Geisteskranke, Dreckschwein, Knatter sie doch mal einer so richtig durch, bis sie wieder normal wird, Drecks Fotze. Die zwei Richterinnen und der Richter befanden, dies sei eine sehr weit überzogene Kritik, aber erlaubt sei sie… Read more →

Dass es Herbst geworden ist, merkt man auch daran, dass die Fliegen schwerer geworden sind, sie wirken wie angefeuchtet, ihr Surren ist tiefer, als ob sie in einen anderen Gang geschaltet hätten.   Vom Wind bewegte Spinnfäden, auf denen Lichtblitze hin und her eilen wie verschlüsselte Botschaften.   Allmählich werden draussen die Deckfarben dünner und die Linien treten hervor. Durch… Read more →

Dämmerung. Eine Amsel fliegt in die Baumkrone und Sekunden später schnurrt dahinter eine Fledermaus hervor, als hätte der Vogel unter dem Blätterdach sein Tageskostüm abgelegt und fliege nackt in die Nacht hinaus.   Mit der Sonne lärmend aus dem Haus gegangen. Mit der Venus auf Zehenspitzen zurückgekehrt. Read more →