In einer Zeit, wo alles zur Story wird, wo Journalisten, Historiker, Werber, Politiker stets nach dem Narrativ suchen, wo das Web von Geschichten überquillt: Nichts erzählen wollen! Sich dem Unerzählbaren widmen. Gedanken, Szenen, Beobachtungen für sich stehen lassen. Sie in keinen wie auch immer gearteten übergeordneten Verlauf einpassen wollen.   Harfenähnliches Sirren des Taubenflugs. Eindruck, der Ton sei es, der… Read more →

Heute fällt mir auf, dass ich über eine Woche keine Zeitung gelesen habe. Ich habe nicht den Eindruck, dass weniger Welt zu mir gekommen wäre.   „Innehalten“ – ein Vorgang, ein Gedanke, ein Zustand, der den Kapitalismus aus den Angeln hebt. Der dessen sicheren Tod bedeutet, mit allem, was dran hängt. Read more →

Der Ausspruch des Archimedes „Störe meine Kreise nicht!“ übersetzt ins Netzdeutsch: „Schau meine Kreise! SCHAU MEINE KREISE!“ – „Gefällt mir.“   Zeitungsmigräne. Facebookinfarkt. Read more →

Vorgestern habe ich meinem Gedächtnis ein vergessenes Wort in Auftrag gegeben. Heute erfolgte die Lieferung, das Wort wurde sicher im Kopf zwischengelagert. Was war schon wieder der Grund, weshalb ich es suchte?   Er ist einer von denen, die sich so verhalten, als gehöre ihnen nicht nur ihre, sondern auch meine Zeit. Read more →

Der Schatten der hohen Gräser liegt auf dem Steinboden als ein abstraktes Gemälde. Dessen „Aussage“, dessen „Erzählung“: die ewige Liebe zwischen Gräsern und Sonne.   Die unerwartete Schönheit eines ausgefärbten Sperlings im Fernglas.   Drei Tage krank im Bett, unter anderem deshalb, weil ich zwei Bücher, die mich tief berührten, zu rasch verschlungen habe. Die Seele brauchte, als ich mich… Read more →

Unpässlich

Unmittelbar vor unserem Treffen sagt sie ab, sie kränkelt. Wir verabreden uns auf den folgenden Tag; kurz vor dem neuen Termin bittet sie um eine weitere Verschiebung, sie fühlt sich nicht wohl. Als ich dann am vereinbarten Ort stehe, lässt sie sich Zeit. Sie kommt eine Viertelstunde zu spät, sie sei so müde. Mir fällt das Wort „unpässlich“ ein. Sie… Read more →

Drei verschiedene Arten von Rauschen im Gare de Lyon: einmal das horizontale der ein- und ausfahrenden Züge; dann das gegen das hohe Dach sich erhebende Rauschen menschlicher Laute, das Reden, Lachen, Rufen; schliesslich das vor dem Dach niederfallende Rauschen des Gewitterregens, das für einige Minuten so heftig wird, dass es alle anderen Geräusche wie ein grosser Mantel zudeckt und in… Read more →

Die dräuenden Wolken liefern den Regen noch nicht, sie annoncieren ihn erst.   Der grandiose Aufschwung des Ikarus gegen die Sonne, dieses Luftjubeln, der Seelensog ins Unendliche – was Vater Dädalus auf seiner berechenbaren Flugbahn nie und nimmer erleben wird.   Auch die Gefühle im Nanobereich sind Gefühle, vielleicht überhaupt die interessantesten.   Wie ein minimer Schmerz, gleich an welchem… Read more →

Die Biene, die gestern hinter den Fensterscheiben surrte, die ich ins Freie schob, die nach einer Weile durch den offenen Spalt wieder ins Zimmer flog, abgeschoben wurde, wieder und wieder zurückkehrte: Heute krabbelt sie abermals auf dem Sims. Ein unbelehrbarer Gast. An Treue mag ich nicht glauben.   Tut Ihnen etwas leid, das Sie in ihrem Leben getan haben? –… Read more →