Gestern beim Anblick der Plejaden ging mir durch den Kopf, dass wer seinen Platz weder in sich selber noch in der Gesellschaft noch innerhalb seiner Zeit findet, ihn doch von Anbeginn an in der Unendlichkeit hat, und ich dachte dabei nicht an Künstler, sondern an jeden beliebigen unter den Menschen.   Die Spinne, die an ihrem leichten Faden vom Dach… Read more →

Erst nach dem Tod eines Menschen, mit dem man nicht besonders viel verkehrte, merkt man, wo man ihm dennoch nahe war, und er beginnt einem zu fehlen wie ein enger Freund.   Die scheue Katze, die mir nie näher kommt als bis auf einige Schritte, liess sich im Traum ruhig streicheln und strich mir um die Beine, ich wurde sie… Read more →

Der tote Igel auf dem Strassenpflaster, im Tod seitlich weggekippt, die Schnauze im Körper verborgen, sieht aus wie ein runder Stein, dem seitlich ein Bein gewachsen ist.   Die schlanken Stämmchen des Bambus im Nachbarsgarten biegen sich im Wind bis zur Horizontalen, während die Ästchen behende auf und ab wippen, die Blätter aber ununterbrochen zittern. Auf den drei Ebenen Stamm-Ast-Blatt… Read more →

Seit ich weiss, dass ein Teil des Grundstücks zusammen mit dem umliegenden Land überbaut werden soll, sind die Tauperlen auf dem Gras, die wie Spinnfäden die Luft durchziehenden Rufe der Vögel, die wie im Traum herunterfallenden Apfel keine Idylle mehr, schon gar nicht eine falsche, sondern ein Hort des Widerstands. Sie behaupten ihre Poesie als Gegenbild zu der Geldgier des… Read more →

Vom Märchenruf des Schwarzspechts fühle ich mich jedes Mal direkt angesprochen. Ich fühle, wie mir ein Schnabel wächst, und suche die Baumrinde nach Käfern ab.   Der Wind, der auf der Rückseite des Hauses zugange ist, schickt eine seiner kleinen Ausläufer auf der geschützten Seite zu mir durchs Fenster, guten Tag sagen.   Dem Basilikum durchs Haar gefahren und flüchtig… Read more →

Noch ist Sommer, und es ist schon Herbst. Man fürchtet die Glut der Sonne und sehnt sich nach ihr. Man streckt die Hand ins ruhige Licht und erschrickt über die Spannung, die in der Luft vibriert.   Die Unfähigkeit der Fliegen, die Gefahr zu erkennen. Sie setzen sich an genau den Ort, wo sie knapp der Hand entwischten. In sorgloser… Read more →

Mir gingen gestern die ersten vier Zeilen eines Gedichts durch den Kopf. Heute erinnerte ich mich nicht mehr an die Formel, nur noch an das Thema, und ich versuchte dieses in Sprache zu setzen. Nutzloser Versuch. Ohne die richtigen Worte in der richtigen Folge ist ein Thema nichts als es selbst.   Mit dem Alter nehmen die Relativierungen zu. Man… Read more →

Den Faden, der sich auf die offene Buchseite vor mir senkte, hatte ich nicht bemerkt, erst die Spinne sah ich, die sich daran herunter liess. Sie bewegte sich zwischen den Zeilen wie in ihrem eigenen Netz. Ich verlor mich darin alsbald wieder, von dem Wesen, das sie gewoben hatte, nicht ausgesaugt, sondern neu belebt.   Manchmal denke ich, die Kunstwerke… Read more →

Gegen die Langeweile kämpfend wirst du selber langweilig. Hörst du ihr zu, beginnt die Langeweile zu reden.   Der Donner von letzter Nacht drohte das Haus aus seinen Grundfesten zu heben. Am Morgen war ich enttäuscht, dass alle Häuser rings noch standen wie zuvor. Mindestens einige zerbrochene Fensterscheiben wären dem grossen Einsatz des Donners gemäss gewesen. Read more →

Unter innerem Druck zu schreiben ist etwas anderes, als unter innerem Zwang zu schreiben. Der Druck begünstigt die Form, die der Zwang zu vernachlässigen tendiert.   Man trifft im Alltag nur selten auf einen Erwachsenen. Die meisten Menschen sind Kinder, bedürftig nach Zuwendung und Verständnis, unsicher, verletzlich, die unentwegt von sich erzählen. Von ihnen wird das Kind, das man selber… Read more →