Zusehen, wie der Schnee fällt. Zusehen, wie der Schnee wegschmilzt. Darüber vergeht ein Tag.   Sein Leben entschleunigt sich zusehends, so dass es sich manchmal vom Nichtleben kaum mehr unterscheidet.   So wie mir eine Fettschicht am Körper fehlt, fehlt mir oft ein Fettschutz beim Denken. Die Gedankenflut dringt ungefiltert auf mich ein und droht mich zu vernichten.   Read more →

Die Lichter des Silvester-Feuerwerks versinken in den Wolken, die sie selber hervorbringen und, in ihnen untergehend, nochmals kurz illuminieren.   Wie das Lachen aus ihr herausbricht, ein laut-brachiales Heulen aus dieser feinen Person, eine Urgewalt, die nach ihrem Verschwinden einem betretenen Schweigen Platz macht, das jemand in der Runde rasch mit einer Fortsetzung des Gesprächs überdeckt.   Die Sonne hat… Read more →

Die grauen winterlichen Dämmertage als Ausnahmezustand erleben: Die Dämmerung, die sonst so rasch vorübergeht und nie von Dauer ist, kannst du einen vollen Tag lang auskosten.   Meine Hand bleibt, nachdem sie ein Gefäss auf das Küchenregal zurückgestellt hat, in der Luft stehen. Beiläufig rückt sie ein benachbartes Gefäss zurecht. Ich sehe zu, wie routiniert sie das tut. Es geschieht… Read more →

Schwelle zum Winter: die Bäume sind vollständig entlaubt = vegetativer Winteranfang.   Am frühen Morgen grüssen die Leute. Später am Tag hasten sie vorbei. Abends hüllen sie sich in Rauch, Alkohol und Kopfhörer.   Kann man gut grübeln? Man kann lange, selbstvergessen oder lustvoll grübeln, aber gut? Was wäre gut bei einer Tätigkeit, der das Scheitern, das Vergebliche zum vornherein… Read more →

Zum Winter gehörten früher neben den geheizten Räumen auch die ungeheizten Zimmer, aus denen die Erinnerung seither alle Farben gelöscht hat, als wäre ihre Einrichtung von Raureif überzogen gewesen. Read more →

In der Sonne ist der kleine Baum vorne hell, wie mit einem Silberstift gezeichnet, während sein Rücken mit Bleistift schattiert bleibt. Er steht im Gras, dessen Raureif im Dahinschmelzen von Weiss in Grün übergeht. Zieht eine Wolke vorbei, verblasst sein Silber und das Bleistiftgrau dominiert. Dieses weicht, sobald die Sonne wieder erscheint, die Blätter am Boden wechseln vom blassen ins… Read more →

Der Eisvogel malt einen blauen Strich auf die Schiefertafel des Wassers. Die Zeit steht still, bis er am Ziel ankommt, auf dem Ast des Weidengebüschs, und im schwankenden Auf und Ab des Asts beginnen die Sekunden wieder zu laufen.   Read more →

In Brasilien wird Bolsonaro Präsident, ein Politiker und Militär, von dem man weiss, er wird nicht zögern eine Diktatur zu errichten. Die Kühe wählen den Bauern ab, der ihnen die Milch gestohlen hat, und entscheiden sich gleich für den Schlächter.   Die Regenspritzer am Fenster: eine Gruppe kleiner Skelette, die frierend herein schauen.   Seit dem Frühling zu ersten Mal… Read more →

Auf dem Rhein die Fähre, die ans andere Ufer fährt, und ein Schwan, der gleichzeitig an das hiesige Ufer schwimmt, und der Ladekahn, der auf der Höhe der beiden rheinaufwärts fährt – ein Kräfteparallelogramm, in dem Schiff und Strömung die bestimmenden Kräfte sind. Und auch ein Parallelogramm der Anmut, in dem Fähre und Schwan dominieren.   Die Scheu, die Mailnachrichten… Read more →