Der ewige Wunsch nach einem perfekt aufgeräumten Schreibtisch. Obwohl, auf ihm sind dann auch die Ideen verräumt. Read more →
Autor: Rudolf Bussmann
Wie man einsinkt beim Gehen im Schnee, wie man den Grund nicht als Tragenden erlebt, sondern als Empfangenden, als einen, der in sich aufnimmt. Der Schneepflug hat am Rand der Strasse einen langen, weissen Gebirgszug hinterlassen. Katzen steigen vorsichtig darüber weg. Während des Gesprächs über ihre Operation gleichen die Züge ihres Mannes zunehmend dem Gesicht eines alten Reptils, das alles… Read more →
Die Düsternis des Winters in den Zimmern als Erinnerung an die Höhle, als Urerfahrung des Menschen im Halbdunkel grosser Wälder. Freude wie über ein unerwartetes Geschenk, wenn das Gedächtnis den gesuchten Namen freigibt. Read more →
Bahnhofplatz nach Mitternacht.
Keine besonderen Vorkommnisse ausser einer jungen Frau, die herumsteht. An der jungen Frau nichts Aussergewöhnliches, ausser dass sie vor einer Bank steht. Mit der Bank nichts Spezielles, ausser dass niemand auf ihr sitzt. Alles in allem nichts Auffallendes, ausser dass die Frau schreit. Sie schreit und schreit, als ob auf der Bank alle jene sässen, denen sie es einmal laut… Read more →
Nachts um zwei Uhr kurz nacheinander zwei Füchse, an Hecken und am Strassenrand entlang trabend, schnüffelnd, suchend, unstet – und weg sind sie. Um die Kirche herum Schwaden von Nebel, als habe der Ministrant das Weihrauchfass zu stark geschwenkt. Dunkle Flecken auf der abtrocknenden Landstrasse, nasse Bänder den Sprüngen im Belag entlang, blitzende Spiegel in den Löchern. Eine ausgedehnte Seenplatte,… Read more →
Der Nebel „hebt sich“, „lichtet sich“, räumt das Feld, ohne dass davon etwas zu bemerken ist. Nicht das Weichen des Nebels ist zu sehen, sondern das allmähliche Hervortreten der Bäume, Häuser, der Landschaft. Kehrt der Nebel, der sich davongemacht und der Sonne den Platz überlassen hat, noch einmal zurück, empfindet man das als ungehörigen Eingriff des Atmosphärischen in das offizielle… Read more →
Die Katze, auf dem Rücken liegend, erblickt über sich einen Zweig und zieht ihn mit den Krallen zu sich herunter. Der Busch überlässt ihr bereitwillig seine Pfote, und eine Weile spielen die beiden Wesen miteinander. In der Windstille zittert im Gras ein einzelner Halm, der sensibelste von allen. Er hört den Wind wachsen. Der Duft, das Ektoplasma der Quitte. Zunehmende… Read more →
Während der Zugfahrt studiere ich das Festivalprogramm. Der Wagen rollt, und ich lasse die Veranstaltungen im Geist eine nach der andern vorbeiziehen. Als der Zug hält, ist das Festival zu Ende, die Leute erheben sich von den Sitzen und strömen dem Ausgang zu. Die Zeit eilt vorbei? Ich bin es, die an ihr vorüberhetzt. Read more →
Ich suche verzweifelt ein Wort, ich werde zum fehlenden Wort, zur Lücke, suche Anschluss an andere Worte, stosse auf weitere Lücken, verstumme als Lückentext, warte darauf, dass die Leerstellen neu besetzt werden. Die abblätternde Farbe an der Fassade des ehemaligen Hotels hinterlässt Zeichnungen und Gemälde von verhaltener Poesie. „Kunst am Bau“ ohne Künstler und Amt für Kulturförderung. Das Elend der… Read more →
Mehrmals am Tag höre ich das Zuschlagen der Mausefalle, ohne dass sie zugeschnappt wäre. Schreiben über das, was nicht so recht in der Welt angekommen ist, was der Worte bedarf, um gewesen zu sein. Read more →