„Es kommt vor, dass ich nichts zu sagen habe, nie aber, dass ich nichts zu schreiben habe. Denn Schreiben ist gestisch, es hängt zusammen mit einer selten euphorischen Möglichkeit, die aber, wie das Gehen, jedem unentbehrlich wird, der sich einmal dafür empfänglich gemacht hat. Es ist ein Sport, eine Übung im Valéry’schen Sinne. Wenn ich nicht schreibe, nehme ich zu, wie der Athlet Fett ansetzt, sobald er seine tägliche Kraftanstrengung einstellt.“ Georges Perros

 

Und einige Seiten später in seinen Klebebildern: „Ich bin ein Mann des Zwischenraums, der nie an seinem Platz ist, und wenn ich schreibe, dann an den Rand. Der Text ist woanders.“

 

In Einkaufszentren kann man während des Lockdowns ungehindert einkaufen, ebenso in Do-it-yourself-Läden, man kann zum Coiffeur und zur Massage gehen. Aber nicht ins Theater, ins Konzert, an Lesungen. Es ist die Stunde der Wahrheit. Literatur und Kunst gelten nichts, und nicht nur im Moment. Sie werden in den Medien seit langem konsequent gestutzt, ausgedünnt, verharmlost. Das Schweizer Radio verpasst ihr einen radikalen Sparkurs. „Die Literatur ist ein schwieriger, beengter, tödlicher Zustand geworden. Sie verteidigt nicht mehr ihre Verzierungen, sondern ihre Haut.“ Roland Barthes

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