Keine besonderen Vorkommnisse ausser einer jungen Frau, die herumsteht. An der jungen Frau nichts Aussergewöhnliches, ausser dass sie vor einer Bank steht. Mit der Bank nichts Spezielles, ausser dass niemand auf ihr sitzt. Alles in allem nichts Auffallendes, ausser dass die Frau schreit. Sie schreit und schreit, als ob auf der Bank alle jene sässen, denen sie es einmal laut und deutlich sagen muss. Als ob die Bank, auf der eine offene Bierdose steht, die Anklagebank wäre und sie die Anklägerin. Sie schreit mit unermüdlicher Energie und gleichbleibender Lautstärke. Sie schreit sich ins jüngste Gericht, sie ist das jüngste Gericht. So sieht das jüngste Gericht aus, ein leerer Platz, eine Bank mit Bierdose, eine schreiende weibliche Person. Niemand, der oder die zuhört. Der die Schuld hört. Die letzten Trams sind abgefahren, die letzten Züge haben die Halle verlassen, man schliesst die Eingangspforten zum Bahnhof, die Frau schreit vielleicht noch immer, schreit die ganze Nacht, schreit die Gerechtigkeit vom Himmel, und davon wird morgen nichts in der Zeitung stehen, davon wird die Welt nie etwas erfahren.