Berlin, Jüdisches Museum, Installation „Aural“ von James Turrell. Der Raum, in dem das Licht unmerklich seine Farben und seine Intensität wechselt, hat keine sichtbaren Kanten. Es gibt in ihm keine Objekte, er wirkt ohne Grenzen. Das Raumgefühl löst sich nach einigen Minuten auf, die Zeit steht still, man glaubt zu schweben. Erst im Nachhinein, wenn man wieder ausserhalb ist, merkt man, wie die Wahrnehmung sich verändert hat: Die Dinge in den Gängen des Museums sind klobig, kantig, aufdringlich materiell, das Treppengeländer dort ist zum Fürchten, die Tür da hat etwas Drohendes. Man fühlt sich, nachdem man in Turrells Raum weich und geborgen wie in einer Fruchtblase war, ausgesetzt dem täglichen Angriff der Mauern, der Decken und der Gegenstände.

 

Er hat ein perfektes Gedächtnis für bestimmte Situationen, in denen er gelitten hat. Wenn er sie erzählt, und er tut es oft, wiederholt er sich wörtlich, stets kehren dieselben Wendungen wieder. Eine Art Wiedergutmachung durch Erzählen.

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