Der Besuch eines öffentlichen Konzerts, an dem ich niemanden kannte, vermittelte dennoch stets den Eindruck, unter Freunden zu sein. Jetzt, wo solche Heimat schaffenden Veranstaltungen untersagt sind, wächst das Gefühl, freundlos zu sein.

 

Ernstlich krank werden, um die Freunde herbeizurufen.

 

Man kann sein Leben retten. Man kann seinen Verstand retten. Seine Ehre. Alle seine Teile und Partikularitäten. Aber kann man sich retten? Was hiesse das? Wen rettet man wohin? Wovor?

 

Gott denkt gut über den Menschen. Er müsste sonst an sich verzweifeln.

 

Beim Räumen meiner Bibliothek bleibt aus Zufall mitten auf dem Brett ein dünnes Büchlein stehen, von dem ich die Nachbarbücher links und rechts weggenommen habe. Eigentlich müsste es umkippen. Doch in der langen Zeit, in dem es aufrecht zwischen andern Büchern stand, haben sich seine Seiten stabilisiert und halten es im Gleichgewicht.

Von dieser Beobachtung würde ich jemandem erzählen, der mich fragte, was ich unter „gut altern“ verstehe.

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