Emotional erregt aus einem heftigen Traum zu erwachen, ohne dass eine Erinnerung an ihn bleibt, ist wie nackt vor die Tür gesetzt werden.   Unwille über die frühzeitig erwachten und in der Küche herumsurrenden Fliegen. Sie gaukeln Sommer vor. Es sind falsche Propheten, fake flies. Read more →

Welches ist deine Art, dem Strassenmusikanten Geld in den Hut zu tun – legst du es sorgfältig hin und zeigst damit, wie wertvoll deine Gabe ist? Lässt du es im Vorbeigehen fallen, um deine Geste möglichst beiläufig aussehen zu lassen? Bleibst du einen Moment stehen, weil du sehen willst, ob er danke sagt? Read more →

Das Urwesen mit den zwei dunklen Augen und der grünen Knollennase, das mir gestern aus dem Thujabaum den ganzen Tag lang zuschaute, ist heute verschwunden, seine Neugier scheint gestillt zu sein.   Der Wassertropfen gefroren am hängenden Zweig; mit ihm zusammen gefroren ist die Spur, die er beim Hinunterfliessen hinterlassen hat, als eine Art dünner, durchsichtiger Stiel. Read more →

Auf der Bahnhofpasserelle bei Stossverkehr die stromlinienfähigen Passanten von den kollisionsfreudigen unterscheiden.   Die Elster, die einen Ast im Schnabel trägt, versucht das gestörte Gleichgewicht ihres Körpers durch einen Tango auf dem Telefondraht wieder herzustellen, vor und zurück, Schnabel und Schwanz, Kopf und Gesäss, doch gelingt es ihr nicht den Takt zu finden und sie fliegt davon.   Der Dachdecker,… Read more →

Einen Gedanken niederschreiben, um einem anderen Platz zu machen.   Solange ich beim Einsteigen junger Maghrebiner in die S-Bahn die Jacke enger um mich ziehe und mich verstohlen meines Gepäcks versichere, brauche ich über Vorurteile keine Abhandlungen zu schreiben. Read more →

Die Wipfel der Büsche im Sturm zur Erde gebeugt wie zum Gebet. Sie gehorchen einer Macht, die sich nicht vor ihnen erhebt, sondern sie von hinten stösst und niederdrückt. Prüfe auch du, ob deine Verehrung für irgendetwas nicht vielleicht einer Autorität gilt, die sich dir hinterrücks aufgedrängt hat.   Das Sturmzwischenhoch – Windstille, Sonne auf den Feldern, ein Stück blauer… Read more →

Die drei Dimensionen errichten die Häuser, die Blocks, die Städte, Hütten und Fabrikanlagen. Die vierte Dimension – die Zeit – baut sie geduldig wieder zurück.   Wenn schon zu spät an einen Anlass kommen, dann richtig: so, dass du vom Erlebnis des Wegs und seinen Schönheiten nicht abgelenkt wirst. Sicher, etwas wird leiden an diesem Abend – der Moment des… Read more →

Schneeflocken fein, tanzend, schwebend, tausendfach bewegt wie ein Mückenschwarm im Sommer, als es noch Mückenschwärme gab.   Den Unfrieden, der dich immer wieder von dir entzweit, gib ihn nicht auf! Read more →

Ein Fremder liegt morgens in meinem Bett und die Aufgabe wird sein, zu diesem Fremden „ich“ zu sagen, seinen Leib bis zu den Fingerspitzen auszufüllen mit Ich-Essenz, auf die er nicht im Geringsten Lust hat.   Jede Tür hält die Einladung bereit einzutreten und hemmt dich durch ihre schiere Präsenz gleichzeitig daran, es zu tun. Du respektierst die Weigerung der… Read more →

Den Jahreswechsel begingen (befuhren) wir im Zug, in einem leeren Wagen. Vor dem Fenster stiegen links und rechts die Raketen hoch und wir wiegten uns in der Vorstellung, sie würden nur gerade für uns gezündet. So wie die meisten von uns die Welt durchfahren: als sei alles nur für sie da – ohne die nächtliche Einsicht, dies sei nichts als… Read more →